E-LAUTE: Electronic Linked Annotated Unified Tablature Edition

Zur Projekt-Website: https://e-laute.github.io/ 

 

Project number: FWF I 6019
Project leader: Dr. Kateryna Schöning
Research institution: Department of Music Acoustics – Wiener Klangstil (IWK)
University of Music and Performing Arts Vienna
Project members: Prof. Dr. Martin Kirnbauer, Prof. Dr. Marc Lewon, Prof. Dr. Irene Holzer, Prof. Dr. Cordula Kropik, Dr. David M. Weigl , Prof. Dr. Andreas Rauber, Mag. Max Kaiser, Dr. Reinier de Valk
Date of approval:

02.05.2022

Project start: 2023
Project end:  
Scientific areas: Kunstwissenschaften (65%)
Informatik (25%)
Sprach- und Literaturwissenschaften (10%)
Keywords: lute tablature, lute music, digital edition, digital humanities, music and literature, German culture 1450-1550
Project data: tba.

Die Laute im deutschsprachigen Raum 1450–1550

Wir erstellen eine umfassende elektronische Edition von Lautentabulaturen (spezielle Notationen für Lauten) aus dem deutschsprachigen Raum zwischen 1450 und 1550. Das Corpus (2.000 Seiten) wurde in seiner Gesamtheit bisher nicht erschlossen und blieb daher sowohl für die Wissenschaft und professionelle Musiker als auch für den weiteren Kreis von Interessierten kaum zugänglich, wurde nicht entschlüsselt und konnte somit nur punktuell ausgewertet werden. Die Gründe dafür sind die heute nicht mehr verwendete Notation (“Deutsche Lautentabulatur”), die über ganz Mitteleuropa verstreuten Aufbewahrungsorte der Manuskripte und der Mangel an ausgearbeiteten, einheitlichen Forschungsmethoden.

Das Projekt E-LAUTE vereinigt internationale und interdisziplinäre Kräfte, um auf Desiderate bei der Erfassung dieses kulturellen Gutes hinzuarbeiten. Das Kernteam besteht aus Prof. Dr. Martin Kirnbauer, Prof. Dr. Marc Lewon (Schola Cantorum Basiliensis / FHNW Basel; Musikwiss. und Aufführungspraxis), Prof. Dr. Irene Holzer (Ludwig-Maximilian-Univ. München; Musikwiss.), Prof. Dr. Cordula Kropik (Univ. Bayreuth; Germ. Mediävistik), Dr. Kateryna Schöning (Univ. Wien; Musikwiss.), Dr. David M. Weigl (Univ. für Musik u. darst. Kunst Wien; Web Science und Musikinformatik), Prof. Dr. Andreas Rauber (Technische Univ. Wien; Information-, Softwareentwicklung), Mag. Max Kaiser (Österreichische Nationalbibliothek, host, IT) und Dr. Reinier de Valk (Kopenhagen; Musikinformatik).

Unser Ziel ist, eine neuartige Form der Musikedition zu entwickeln: eine “open knowledge platform” in der Musikwissenschaft, Musikpraxis, Musikinformatik und Literaturwissenschaft ineinandergreifen sherkömmliche Editionsmethoden in disziplinärer und interdisziplinärer Forschung vernetzen. Um eine umfassende moderne Gesamtedition zu gestalten, synchronisieren wir Computer-Hochtechnologie (Enkodierung, Verlinkung, Erkennung (OMR) und automatische Transkription) mit manueller Musiktranskription und musikalischer Aufführungspraxis. Aufnahmen der Lautenmusik betrachten wir als konzeptuellen Bestandteil der Edition. Alle Komponenten werden mit musikhistorischen und aufführungspraktischen Informationen versehen und verlinkt. Die Edition wird dauerhaft von den Österreichischen Nationalbibliothek gehostet und in RISM integriert. Unsere Nutzer werden co-edieren können, denn wir entwickeln ein Annotationstool, das es ermöglicht, Kommentare, Beobachtungen und Interpretationen zu posten.

Als Wissenschaftler arbeiten wir auf unserer Plattform außerdem an fünf Pilotstudien, die aktuelle Lücken in der Forschung und Praxis der Musik vor 1600 abdecken: “Varianz und Retextualisierung in der Musik und den Texten von Liebesliedern” (I); “Über die Herkunft der deutschen Lautentabulatur” (II); “Die Lautentabulatur als Reflexionsbild der Kultur des 16. Jahrhunderts” (III); “Dialoge über Musik” (interaktive Annotationen) (IV) und “Hybrid-Editionen” (V). Im Rahmen des Projektes wird die erste Hybrid-Edition in der Reihe Denkmäler der Tonkunst in Österreich geschaffen.